close
a gluten free breads on wood background

Gluten ist momentan das meistdiskutierte Thema wenn es um Nahrungsmittelunverträglichkeiten geht…

 

Ist es wirklich so schlimm, permanent Gluten zu sich zu nehmen?

von Oliver Chilian

 

Autoimmunkrankheiten sind in aller Munde. Parkinson, Hashimoto, Alzheimer, Multiple Sklerose… Das Immunsystem schießt gegen das körpereigene Gewebe, unser Körper bekämpft sich selbst. Klingt prima. Hashimoto (gleichzeitige Über- und Unterfunktion der Schilddrüse) war bis vor ca. 15 Jahren völlig unbekannt. Parkinson- und Alzheimererkrankungen sind massiv gestiegen. Zivilisationskrankheiten (metabolisches Syndrom) sind auf dem Vormarsch und werden in Zukunft das Gesundheitssystem massiv belasten. Diabestes Typ 2 und Adipositas sind bereits sichtbar in der Gesellschaft angekommen.

Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depression, Haarausfall und Unfruchtbarkeit sind nur einige Beschwerden aus dem Leidenskatalog von Hashimoto-Kranken. In der Forschung scheint man nun einen Hauptauslöser gefunden zu haben, das Gluten.

Info: Der Gluten Gehalt im Weizen hat sich durch Züchtung in den letzten 3 Jahrzehnten um das ca. 20-fache erhöht. Warum ist das so gefährlich für unsere Gesundheit?


Was ist denn eigentlich Gluten?

  • Gluten setzt sich zusammen aus Eiweißen der Prolamin- und Glutelin-Gruppen. Im Falle von Weizen sind dies Gliadin und Glutenin. Solche Eiweiße sind enthalten in den meisten Getreidesorten, allen voran Weizen, Dinkel und Roggen. Gluten entsteht, wenn sich diese Proteine bei Nässe verbinden. Streng genommen enthält Getreide also kein Gluten, sondern nur dessen Bestandteile. Für die Verzehrpraxis spielt dies keine Rolle.


    Was ist denn so ungesund an Gluten?
    Da der Gluten-Bestandteil Gliadin ein Lektin ist, ist auch die Wirkungsweise ähnlich: Gluten kann die Durchlässigkeit der Darmbarriere erhöhen. Der Darm würde undicht. Ursache ist das Gliadin, welches die Zonulin-Freisetzung erhöht. Zonulin wiederum ist verantwortlich für die Durchlässigkeit der Darmwände. Das gegen Verdauungsenzyme resistente Gliadin interagiert darüber hinaus mit dem Lymphgewebe und kann Entzündungsreaktionen auslösen. Zu den darauf zurückgeführten Krankheiten gehören Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1, Schuppenflechte (Psoriasis), IgA Nephritis (Morbus Berger) und Rheumatoide Arthritis. Bei Vorliegen einer Glutenunverträglichkeit (ähnlich der sog. Zöliakie) führt der Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel zu einer Entzündung der Darmschleimhaut mit folgender Immunreaktion. Im Falle der Zöliakie schreibt die medizinische Literatur von Symptomen wie Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und nicht zuletzt einer Gedeihstörung im Kindesalter.

Gluten ist für die industrielle Herstellung von Backwaren von großer Bedeutung. Durch Gluten hat der Teig größeren Halt und kann besser verarbeitet werden. Deswegen ist ein hoher Glutengehalt im Weizenmehl für die Industrie wichtig. Die negativen Aspekte wurden natürlich nicht beachtet oder waren einfach nicht bekannt. Aber es ist eben wie immer, Profit geht vor Gesundheit.

In Kombination mit Wasser ergibt Gluten eine zähe, klebrige Masse und wird daher auch Klebereiweiss genannt.

Für unseren Darm ist das ein Desaster!

Das Desaster wird durch ein bestimmtes Eiweiß ausgelöst… Gliadin, ein Bestandteil des Weizenproteins Gluten!

In unserem Verdauungstrakt bindet sich Gluten an die Dünndarmwand. Verdauungsbeschwerden und Immunstörungen sind nun vorprogrammiert.

Tests wurden an Ratten durchgeführt und die Ergebnisse waren niederschmetternd. Am Menschen ist man sich sicher, zuviel Gluten schadet jedem Darm, sprich der Gesundheit, egal ob der Mensch glutensensitiv oder nicht.

 


Eigentlich sind die Menschen mit Gluten Sensitivität glücklich, sie nehmen kein Gluten zu sich. Alle anderen spüren die Wirkung eben später und erkennen die Ursache nicht im Glutenverzehr.

Oliver Chilian

 

Leider sind Bluttests nicht aussagekräftig, wenn es um Intoleranz von Gluten geht.

Dr. Kenneth Fine, medizinischer Leiter des innovativen Labors EnteroLab, hält Stuhlanalysen für wesentlich akkurater. Mit dieser speziell entwickelten Testmethode auf Glutenintoleranz werden Antikörper ermittelt, die im Darm produziert werden, noch bevor sie in die Blutbahn übergehen.

Fine hat auf diese Weise herausgefunden, dass einer von drei US-Amerikanern glutenintolerant ist. – Ähnlich dürfte die Quote in Europa ausfallen. – Von 10 Personen hätten 8 wiederum die genetische Veranlagung für eine Glutenunverträglichkeit!!

Auch ein gewisser Dr. med. William Davis aus den USA fand klare Erkenntnisse:

  • Vollkornkonsumenten sind seltener übergewichtig wie Weißmehl Fans
  • Verzicht auf Weizenmehl schont den Darm
  • Erste Maßnahme bei Problemen im Magen-Darm-Trakt ist Weizenmehl aus der Ernährung zu verdammen
  • Bei Diabetes-Patienten war es relativ egal, ob sie Vollkorn, oder Weißmehl zu sich nahmen…

Gliadin führe – so Dr. Davis ebenfalls- grundsätzlich zur folgenden Reaktion: Wenn Gliadin verdaut wird, werden so genannte Exorphine ausgeschüttet. Exorphine sind Stoffe, die ähnlich wie Opium, also in gewisser Weise betäubend wirken und gleichzeitig süchtig machen können. Sie können die Blut-Hirn-Schranke passieren und binden sich im Gehirn an sog. Opioid-Rezeptoren, was eine Sucht initiiert –

…eine Sucht nach Weizen!


Die Weizen-Exorphine sind übrigens derart suchtauslösend, dass ein Pharmaunternehmen bereits ein Medikament entwickelt hat, das die Opioid-Rezeptoren – bei anhaltendem Weizenprodukteverzehr – blockieren kann und als Schlankheitsmittel dienen soll. Erste Tests zeigten dann auch verblüffende Ergebnisse. Die Testpersonen verloren im Laufe von sechs Monaten 10 Kilogramm – und zwar ohne jede Ernährungsumstellung. Wer klug ist, braucht keine Schlankheitspille, sondern lässt einfach den Weizen (anm.: und raffinierten Zucker) weg.


  1. Regel:Weizen grundsätzlich meiden – und zwar sowohl Weißmehl- also auch die meisten Vollkornprodukte (einschließlich Sprossen, Weizenkeime und Weizenkleie). Wer konsequent vorgehen will, wird alsbald merken, dass uns Weizenmehl von der Lebensmittelindustrie in nahezu jedes Fertigprodukt gemischt wird. Es ist nicht nur in Brot, Gebäck und Pasta, sondern auch im Rahmspinat, im Eis, in Fertigsaucen und in der Wurst enthalten.
  2. Regel:Alternativen Getreidearten, die züchterisch nicht ganz so bearbeitet wurden wie der Weizen, könnten empfehlenswerter sein. So vertragen viele Menschen, die empfindlich auf Weizen reagieren, Dinkel durchaus, obwohl auch dieser glutenhaltig und damit reich am oben genannten Gliadin ist. Allerdings ist das Dinkelgliadin nicht identisch mit dem Weizengliadin. Andere wenig überzüchtete Getreidearten sind Emmer, Einkorn und Urroggen sowie angeblich auch das Kamutkorn aus den USA. Gänzlich glutenfrei und daher deutlich weniger riskant sind die Hirse sowie die Pseudogetreide QuinoaBuchweizen und Amaranth.
  3. Regel: Mehlkonsum insgesamt reduzieren… vermeidet frühes Altern und eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen, wie z.B.:   Sodbrennen, Bauchschmerzen, Blähungen, Reizdarmsymptome, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Hämorrhoiden und chronische Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Arthrose, Gicht, Rheuma

Mehr lesen:

Bücher: Die ganze Wahrheit über Gluten… von Dr. Alessio Fasano (Autor), Susie Flaherty (Autor)

Dumm wie Brot… von Dr. David Perlmutter

Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht… von Dr. med. William Davis

Quellen:

Was ist Gluten?

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/gluten-hashimoto.html

 

Tags : BrotGebäckGlutenGlutenfreiPastaWeisses Mehl